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Winterruhe (Hibernation) - Was ist das?

Winterruhe (Hibernation-Brumation):

Begriffserklärung: Das Ruhen der Reptilien zu Winterzeiten ist sozusagen die Entsprechung zur Winterruhe der Säugetiere. Hier wird meist der Befriff Hibernation verwendet. Doch sind Säugetiere endotherm, also gleichwärme Tiere, die ihre Energiereserven in braunem Fett anlegen. Daher ist der Begriff Hibernation im engeren Sinne für Reptilien nicht zutreffend. Hier sollte vielmehr von einer Brumation gesprochen werden, eine Zeit der Ruhe der ektotherme, also wechselwarmen Tiere. Jedoch wird oft von Winterschlaf, Winterruhe, Hibernation gesprochen und diese Begriffe haben sich etabliert.

Die Winterruhe der Reptilien ist als eine multikausale Inaktivitätsphase zu verstehen. Sie ist wichtig für verschiedene Vorgänge im Körper wie Reproduktion und die Aufrechterhaltung des Immunsystems. Energiespeicherorgan ist bei Reptilien die Leber. Hier werden Glykogen und Fett gespeichert.

Es werden exogene sowie endogene Faktoren diskutiert, die die Winterruhe auslösen: als exogene Faktoren kommen vor allem klimatische Bedingungen in Frage wie Licht, Lichtdauer, Temperatur, Feuchtigkeit. Endogene Faktoren sind hormonelle Regelkreise, die dann über die Zirbeldrüse dazu führen, dass die Winterruhe eingeleitet wird.

Gibt es Unterschiede in der Winterruhe der verschiedenen Spezies?

Mann kann 3 Arten der Winterruhe unterscheiden. Die kalte Überwinterung, die warme Überwinterung und die Simulation der Trockenzeit. Es ist wichtig zu beachten, dass 1 Spezies nur eine Form der Überwinterung durchführt, abhängig von dem geographischen und klimatischen Herkunftsgebiet. Die europäischen Landschildkröten sollten demnach nur durch eine kalte Überwinterung durch den Winter gebracht werden. Spezies aus den Tropen benötigen meist nur eine Simulation der Trockenzeit. Bartagamen z. B. sollten eine warme Überwinterung erfahren.

Ist eine Winterruhe wirklich nötig?

Die Winterruhe ist für Reptilienspezies wichtig, die auch in der freien Wildbahn eine Winterruhe durchführen. In dieser Zeit laufen wichtige Stoffwechselgeschehen für das Immunsystem und die Reproduktion ab. Bereits ab dem ersten Lebensjahr sollte eine Winterruhe durchgeführt werden.

Welche Spezies führen eine kalte Überwinterung durch?

Europäische Landschildkröten, Rotwangen-Schmuckschildkröten, viele Strumpfbandnatternarten, Mississippi-Höckerschildkröte, einheimische Eidechsen.

Welche Spezies führen eine warme Überwinterung durch?

Bartagamen, Leopardgecko, Kornnatter, viele Schmuckschildkröten,Halsbandleguan, Wüstenleguan, Leopardleguan, Chuckwalla, Blauzungenskink, Malachit-Stachelleguan.

Welche Spezies sollten nur eine Stimulation der Trockenzeit erfahren?

Grüner Leguan, Grüne Wasseragame, Jemenchamäleon, Pantherchamäleon, Teppichchamäleon, Taggeckos, Tokeh, Tigerpython, Königspython, Abgottschlange, rotkehlanolis, Rritteranolis, Stirnlappenbasilisken, Helmbasilisken, Stachelschwanzleguan.

Es ist also sehr wichtig individuell für jede Spezies die richtige Überwinterung durchzuführen. Diese sollte man in der passenden Literatur nachlesen oder muss aus dem Herkunftsgebiet geschlossen werden.